{"id":1214,"date":"2022-07-05T18:42:30","date_gmt":"2022-07-05T16:42:30","guid":{"rendered":"https:\/\/lotte-bibliothek.org\/?p=1214"},"modified":"2022-07-05T18:49:19","modified_gmt":"2022-07-05T16:49:19","slug":"rezension-35","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lotte-bibliothek.org\/?p=1214","title":{"rendered":"Rezension # 35"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lotte-bibliothek.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Front-Ibrahim-Diabate-Yen-Fehi-Bako-la-bas-de-lautre-cote-de-la-rive-1024x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1215\" srcset=\"https:\/\/lotte-bibliothek.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Front-Ibrahim-Diabate-Yen-Fehi-Bako-la-bas-de-lautre-cote-de-la-rive-1024x1024.jpeg 1024w, https:\/\/lotte-bibliothek.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Front-Ibrahim-Diabate-Yen-Fehi-Bako-la-bas-de-lautre-cote-de-la-rive-300x300.jpeg 300w, https:\/\/lotte-bibliothek.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Front-Ibrahim-Diabate-Yen-Fehi-Bako-la-bas-de-lautre-cote-de-la-rive-150x150.jpeg 150w, https:\/\/lotte-bibliothek.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Front-Ibrahim-Diabate-Yen-Fehi-Bako-la-bas-de-lautre-cote-de-la-rive-768x768.jpeg 768w, https:\/\/lotte-bibliothek.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Front-Ibrahim-Diabate-Yen-Fehi-Bako-la-bas-de-lautre-cote-de-la-rive-100x100.jpeg 100w, https:\/\/lotte-bibliothek.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Front-Ibrahim-Diabate-Yen-Fehi-Bako-la-bas-de-lautre-cote-de-la-rive.jpeg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Ibrahim Diabate &#8211; Yen Fehi, Bako &#8211; L\u00e0-bas de l&#8217;autre c\u00f4t\u00e9 de la rive, Canti di lotta e d&#8217;amore<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Libereria, 3. Auflage 2022 (franz\u00f6sisch und italienisch)<\/p>\n\n\n\n<p>Ein paar Worte zu diesem Buch, nicht direkt eine Rezension. Eher ein Hintergrund zu den Zeilen und der Person, die es geschrieben hat.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGewalt gegen afrikanische Einwander:innen&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Nach mehrt\u00e4gigen heftigen Unruhen in der s\u00fcditaliensichen Kleinstadt Rosarno mussten tausende afrikanische Saisonarbeiter:innen in Sicherheit gebracht werden. Viele flohen aus Furcht vor neuen Ausschreitungen.<\/p>\n\n\n\n<p>(&#8230;) Rund 4000 Einwander:innen aus \u00fcberwiegend afrikanischen L\u00e4ndern helfen in Rosarno oftmals illegal bei der Obst- und Gem\u00fcseernte. Sie wohnen in Zeltst\u00e4dten und in einem alten, leerstehenden Fabrikgeb\u00e4ude vor der Stadt. Dort gibt es weder Matratzen, flie\u00dfend Wasser, Strom oder eine Heizung &#8211; nur acht Chemietoiletten und drei Duschen stehen tausend Menschen zur Verf\u00fcgung. Doch weil sich die meisten illegal im Land aufhalten, akzeptieren sie nicht nur diese unmenschlichen Lebensbedingungen, sondern auch den Hungerlohn, den sie f\u00fcr ihre Arbeit erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>20 Euro verdient ein:e illegale:r Saisonarbeiter:in durchschnittlich pro Tag. Manchmal ist es aber auch weniger. &#8222;Mit 15 bis 20 Euro pro Tag haben wir diese Menschen zu modernen Sklaven gemacht &#8211; eine h\u00e4ssliche Seite im Geschichtsbuch Italiens\u201c, sagt ein Lokalpolitiker best\u00fcrzt. Und in der Regel behalte die \u00f6rtliche Mafia von diesem Hungerlohn auch noch 5 Euro &#8222;Aufenthaltssteuer&#8220;. Menschenrechtsorganisationen sprechen von Ausbeutung durch organisierte Verbrecherbanden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>So stand es geschrieben im Januar 2010, als die Lage der Ernte- Arbeiter:innen in Kalabrien v\u00f6llig aus dem Ruder lief. Aus diesen Revolten ist SOS Rosarno entstanden. In ihren eigenen Worten:<br>\u201eHerzlich willkommen, Leute! Das Fest, das wieder beginnt, ist das, welches <strong>in den Zitrus- und Olivenhainen der Ebene von Gioia Tauro<\/strong> stattfindet, wo hartn\u00e4ckige Bauern und B\u00e4uerinnen und hoffnungsvolle Migrant*innen gemeinsam eine neue Zukunft f\u00fcr unser Land kultivieren\u2026 ein Fest, das in unseren Regionen und in den verschiedenen Teilen Italiens gefeiert wird, wo auch in diesem Jahr die Kalafrikaner*innen umhergehen werden, um zu diskutieren und zu argumentieren, um zu erz\u00e4hlen, wie in Rosarno und seiner Umgebung eine neue Welt entsteht, und um diese gemeinsam zu feiern.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine <strong>\u201eneue b\u00e4uerliche Zivilisation\u201c<\/strong> nannten wir dieses Projekt manchmal, und wir meinten dies einschliesslich aller Bereiche der Gesellschaft. Mit Ausnahme der dominanten (also, die wirtschaftlich, sozial, politisch \u2026 menschlich dominieren), denn ohne Herrschaft ist die neue Gesellschaft, die wir aufbauen; denn eine auf dem Boden der Erde gegr\u00fcndete Gesellschaft bestimmt wirtschaftlich und symbolisch die Art und Weise, in der die menschliche T\u00e4tigkeit in allen anderen Bereichen gedacht und ausgef\u00fchrt wird: ob es sich um Dienstleistungen oder Technologien handelt, ob es sich um Freizeit oder um die kulturelle Aktivit\u00e4t selbst handelt, in der die Werte, die das Verhalten bestimmen, zum Ausdruck kommen\u2026 alles ist auf den Respekt vor der Erde und das harmonische Zusammenleben derer, die auf ihr leben, ausgerichtet.<br>Hier ist unser Projekt. Das ist unsere Aufgabe. Das ist unser Vorschlag.:<\/p>\n\n\n\n<p>Alle Produzent*innen sind Kleinb\u00e4uerinnen und -bauern, Einzelpersonen oder Mitglieder von Genossenschaften. Sie stellen die bei der Ernte besch\u00e4ftigten Arbeiter*innen dauerhaft ein, von denen mehr als 50% Immigrant*innen sind. Und sie sind Teil des <em>circuito della solidariet\u00e0 con gli africani di Rosarno <\/em>(Solidarit\u00e4tskreis mit den Afrikaner*innen von Rosarno), wegen der komplett versagenden staatlichen Einwanderungspolitik nur dank der Unterst\u00fctzung durch zivilgesellschaftliche Organisationen die grundlegendsten Bed\u00fcrfnisse befriedigen k\u00f6nnen.<br>Deshalb wird ein Teil des Preises aller Produkte zur Finanzierung von Projekten verwendet, die f\u00fcr die Rechte der Landarbeiter*innen einstehen und f\u00fcr alternative Projekte in Italien und im Ausland, welche die Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t und Selbstbestimmung lokaler Gemeinschaften f\u00f6rdern.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Und ein solches gef\u00f6rdertes Projekt ist zum Beispiel die \u201eHospitality School\u201c- eine (Italienisch)- Schule f\u00fcr die Menschen, die in der Ernte arbeiten. Und das \u201eCasa della Dignit\u00e1\u201c- hier kommt Ibrahim, der Autor dieses Buches, ins Spiel.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kann nicht sagen, wie lange er schon dabei ist, bei SOS Rosarno. Aber er ist mit grosser Energie dabei. Sein neuestes Projekt ist eben das \u201eCasa della Dignit\u00e1\u201c- mit gesammelten Geldern wurde ein Haus gekauft, in dem nach und nach die Wohnungen saniert und eingerichtet wurden und das nun endlich den Menschen, die in der Ernte arbeiten, als Wohnraum zur Verf\u00fcgung gestellt wird. Zur Hauptsaison im Winter (Zitrussaison) sollen dort die Ernte- Arbeiter:innen leben k\u00f6nnen. Wenn sie im Anschluss weiterreisen, kann das Haus f\u00fcr solidarischen Tourismus genutzt werden, um es zu finanzieren und vielleicht weitere H\u00e4user zu erk\u00e4mpfen.<br>Dies ist das Werk von Ibrahim, der mit viel Herzblut f\u00fcr eine bessere Zukunft k\u00e4mpft.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGedichte von Kampf und Liebe\u201c ist der Untertitel des Buches. Diese sind sowohl auf franz\u00f6sisch, Ibrahims erster Sprache, als auch auf italienisch im Buch. Geschenkt hat Ibrahim das Buch allen Menschen aus Luzern, die bei SolRosa mit dabei sind.<br>SolRosa ist ein Verein, der sich in der Schweiz gegr\u00fcndet hat, um SOS Rosarno zu unterst\u00fctzen und Bestellungen von deren Produkten zu organisieren. Mit der letzten Bestellung ist dieses Buch geliefert worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wo ist ein Buch, das vielen geschenkt wurde, besser aufgehoben als in einer Bibliothek? Deshalb steht es nun in der Lotte und freut sich darauf, ausgeliehen und gelesen zu werden. Viel Spass dabei!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/lotte-bibliothek.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Back-Ibrahim-Diabate-Yen-Fehi-Bako-la-bas-de-lautre-cote-de-la-rive-1024x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1217\" srcset=\"https:\/\/lotte-bibliothek.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Back-Ibrahim-Diabate-Yen-Fehi-Bako-la-bas-de-lautre-cote-de-la-rive-1024x1024.jpeg 1024w, https:\/\/lotte-bibliothek.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Back-Ibrahim-Diabate-Yen-Fehi-Bako-la-bas-de-lautre-cote-de-la-rive-300x300.jpeg 300w, https:\/\/lotte-bibliothek.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Back-Ibrahim-Diabate-Yen-Fehi-Bako-la-bas-de-lautre-cote-de-la-rive-150x150.jpeg 150w, https:\/\/lotte-bibliothek.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Back-Ibrahim-Diabate-Yen-Fehi-Bako-la-bas-de-lautre-cote-de-la-rive-768x768.jpeg 768w, https:\/\/lotte-bibliothek.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Back-Ibrahim-Diabate-Yen-Fehi-Bako-la-bas-de-lautre-cote-de-la-rive-100x100.jpeg 100w, https:\/\/lotte-bibliothek.org\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/Back-Ibrahim-Diabate-Yen-Fehi-Bako-la-bas-de-lautre-cote-de-la-rive.jpeg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ibrahim Diabate &#8211; Yen Fehi, Bako &#8211; L\u00e0-bas de l&#8217;autre c\u00f4t\u00e9 de la rive, Canti di lotta e d&#8217;amore Libereria, 3. 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