





Ein Kinderbuch so zauberhaft minimalistisch und empowernd zugleich, ich bin sehr gerührt.
Es wird die Geschichte eines Kindes erzählt, das skatenden Jugendlichen hinterherschaut und selbst davon träumt zu skaten. Die Mutter bringt ihm eines Tages das Rollbrett der Grossmutter und nun gibt es kein Halten mehr. Eine Geschichte des Ausprobierens, des Dran- bleibens, der Freund:innenschaft, der Verbundenheit und des Wachsens (auf vielen Ebenen).
Das Buch erzählt die Geschichte mit der Energie des "haw êkwa!". Das bedeutet "Los gehts!" auf Nêhiyawêwin, der Sprache der Grosseltern der Autorin, die sie in ihre Bücher einfliessen lässt.
Die Illustrationen sind reduziert verspielt, mensch spürt den Textil-/Kunst-Hintergrund der Autorin, die Bilder sind liebevoll und farblich stimmig gestaltet. Es ist der Blick, der gezeichnete Ausschnitt, der eine:n in den Bann zieht.
Ich frage mich immer wieder, wie die Menschen von BaobabBooks diese tollen Bücher finden, die sie verlegen. Auch dieses ist wieder ein Buch, das ich mir als Kind gewünscht hätte.
Was mich ausserdem begeistert: die Autorin gehört der kanadischen Cree-Community an, indigenes Leben ist ganz selbstverständlich Teil des Buchs, ohne dass es in der Geschichte explizit thematisiert, herausgestellt oder problematisiert wird. Im Nachwort erzählt Julie Flett wie sie zu diesem Buch inspiriert wurde (durch ihren Sohn), erzählt von der Sprache der Cree und der Kultur des Verbundenseins. Sie gibt dem Buch einen schönen Rahmen, den ich sehr bewegend finde. Danke für dieses tolle empowernde Buch!
Und los gehts! Die Lotte ist ab dem 20. September 2026 wieder offen, immer am 1. Freitag und 3. Sonntag des Monats. Komm vorbei!
Und das schreibt BaobabBooks zu diesem Buch:
Vor dem Haus steht der Kirschbaum in voller Blüte. Ein Junge schaut vom Fenster aus zu, wie Kinder auf Rollbrettern vorbeisausen. Ob er das auch könnte? Lebhaft malt der Junge sich aus, wie es wäre, selbst auf so einem Brett zu stehen. Als ihn die Mutter kurze Zeit später mit einem Rollbrett überrascht, gib es kein Halten mehr. Er übt auf dem Spielplatz, er übt auf dem Pausenhof. Er fällt und steht wieder auf, während die Mutter aus immer größerer Distanz zuschaut.
Dann kommt der Tag, an dem er sich in den Skatepark traut. Allerdings: Es braucht Mut, sich in den Strom der geübten Skater zu begeben, die mit Schuss über die Bahn krachen. Doch es gibt Platz für alle, und so ist der Junge nicht lang allein. Los geht’s! Oder: haw êkwa, wie es in der Sprache der indigenen Cree Kanadas heißt.
Jeden Tag traut er sich etwas mehr, und als der Baum vor dem Haus sein grünes Blattkleid trägt, ist es die Mutter, die aus dem Fenster schaut. »Wieder da!«, ruft der Junge ihr zu, wenn er von seinen Ausflügen auf dem Brett heranrollt.
Die Illustratorin Julie Flett gehört der kanadischen Cree-Community an. Wie häufig in ihren gefeierten Büchern lässt sie in Wieder da! Elemente der Cree-Kultur einfließen. Aber sie erzählt auch die universelle Geschichte eines Kindes, das Neues wagt und seinen eigenen Weg gehen darf.
Eine ebenso bewegte wie bewegende Geschichte über Vertrauen und Gemeinschaft, übers Fortgehen und übers Heimkehren.